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Projekte

Einblicke in meine Restaurationsarbeiten 

REINIGEN - REPARIEREN - RESTAURIEREN

Jedes Gerät erzählt seine eigene Geschichte. Auf dieser Seite finden Sie eine Auswahl abgeschlossener Restaurierungen und technischer Überholungen. Die Bilder zeigen einzelne Arbeitsschritte sowie das fertige Ergebnis und geben einen Einblick in die sorgfältige Arbeit, die hinter jeder Restaurierung steckt.

Über die Jahre haben neben den klassischen Jukeboxen auch viele weitere historische Unterhaltungsautomaten den Weg in meine Sammlung gefunden. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Stöbern durch meine Restaurierungsprojekte.

Wurlitzer 1800

Die Wurlitzer 1800 aus dem Jahr 1955 war das zweite Modell von Wurlitzer mit der damals neu entwickelten Abspielmechanik. Dieses fasst 52 Vinyl-Singles, die kreisförmig um die Abspielbrücke angeordnet sind. Nach der Wahl wird die entsprechende Schallplatte, je nach gewählter Seite, von links oder rechts in die Abspielposition geschoben.

Die hier vorgestellte Musikbox stammt aus einer Schweizer Aufstellung und befand sich vor der Restaurierung in einem eher verbastelten Zustand. Das Gehäuse war unsachgemäss überstrichen worden, der originale Lautstärkeregler war ausgebaut und verlegt worden. Zudem war eine Freispieleinrichtung eingebaut und der originale Münzprüfer fehlte vollständig.

Vermutlich ging es am damaligen Aufstellungsort nicht immer zimperlich zu und her. Besonders auffällig war der Umbau des Lautsprechergrills. Dabei wurden die charakteristischen, beleuchteten Glaspilaster, welche das Erscheinungsbild der Wurlitzer 1800 wesentlich prägen, restlos zurückgebaut.

Ziel der Restaurierung war es, die Musikbox technisch vollständig zu überholen und ihr Erscheinungsbild möglichst originalgetreu in den Auslieferungszustand zurückzuführen. 

Ausgangsübertrager neu wickeln

Der Ausgangsübertrager gehört zu den wichtigsten Bauteilen eines Röhrenverstärkers. Er überträgt das Niederfrequenzsignal (NF) der Endröhren auf die Lautsprecher, sorgt für die galvanische Trennung zwischen der hohen Anodenspannung und dem Lautsprecherausgang und passt gleichzeitig die unterschiedlichen Impedanzen von Endröhren und Lautsprechern optimal an.

Im Rahmen einer Restaurierung war die Primärwicklung durch einen Windungsschluss beschädigt und somit nicht mehr reparierbar. Solche Schäden entstehen häufig durch gealterte Bauteile, eingedrungene Feuchtigkeit oder Kurzschlüsse in der Endstufe oder im Lautsprecherkreis. Für viele Jukeboxen der grossen Hersteller sind zwar passende Ersatzübertrager erhältlich, diese sind jedoch oftmals kostspielig. Deshalb nahm ich die Herausforderung an, den Ausgangsübertrager selbst neu zu wickeln.

Dazu wurde der Übertrager zunächst vollständig zerlegt. Anschliessend mussten sämtliche Wicklungen Lage für Lage abgewickelt und sorgfältig dokumentiert werden. Nur so konnten Windungszahl, Drahtdurchmesser, Wickelrichtung, Verschachtelung der Wicklungen sowie die Isolation originalgetreu rekonstruiert werden.

Zunächst musste ein geeigneter Spulenkörper in den passenden Abmessungen gefunden werden. Anschliessend wurde der Übertrager mit neuem Kupferlackdraht auf einer selbst gebauten Handwickelmaschine neu aufgebaut. Die Windungszahl wurde dabei mit einem einfachen Taschenrechner erfasst, der über einen Endschalter bei jeder Umdrehung automatisch einen Impuls erhielt und so jede einzelne Windung mitzählte.

Besonderes Augenmerk galt dabei der Lagenisolation und Trennungsisolation, welche für die sichere Trennung der Hochspannung von den Sekundärwicklungen unerlässlich ist. Jede Wicklung wurde sorgfältig isoliert und exakt in der ursprünglichen Reihenfolge aufgebracht. Zusätzlich wurde auch innerhalb der Hochspannungswicklungen nach einer festgelegten Anzahl Windungen jeweils eine Lagenisolation eingebracht.

Nach Abschluss der Wickelarbeiten wurde der Blechkern wieder zusammengesetzt, sämtliche Anschlüsse verdrahtet und abschliessend vergossen.

Bereits kleinste Abweichungen bei der Windungszahl, der Wickelrichtung oder der Verschachtelung der Wicklungen können den Frequenzgang und die Klangqualität erheblich beeinflussen. Ebenso können Fehler bei der Isolation zu Überschlägen oder Windungsschlüssen führen.

Umso grösser war die Freude, als der Verstärker nach Abschluss der Arbeiten wieder einwandfrei funktionierte und den warmen, charakteristischen Klang eines originalen Röhrenverstärkers zurückbrachte.

Rock-Ola 1458

Die Rock-Ola 1458 gehört für mich zu den schönsten Jukeboxen der sogenannten Silver Age-Generation. Ihre Farben und das elegante Design erinnern perfekt an die Zeit des Rock ’n’ Roll, der grossen amerikanischen Strassenkreuzer und der Diners der 50er-Jahre.

Die Musikbox verfügt über 120 Wahlmöglichkeiten. Diese ergeben sich aus 60 Vinyl-Singles, welche jeweils auf einer A- und einer B-Seite abgespielt werden können. Die Titel sind auf der charakteristischen Wahlwalze in den drei Farbgruppen Blau, Gelb und Rot angeordnet, ein typisches Merkmal dieser Rock-Ola-Modelle.

Die hier restaurierte Musikbox befand sich in einem aussergewöhnlich guten Originalzustand. Bis auf die obere Rückwand und das Lautsprechergitter waren praktisch keine Rostschäden vorhanden. Auch der Chrom präsentierte sich noch in gutem Zustand und die Gehäuseseiten wiesen kaum Kratzer auf. Über die vergangenen Jahrzehnte hatten sich jedoch grosse Mengen Staub, Schmutz und Nikotin angesammelt. Besonders erfreulich war, dass sowohl die Mechanikabdeckung als auch sämtliche Originalglasscheiben vollständig erhalten und in sehr gutem Zustand waren.

Die Restaurierung nahm insgesamt über 150 Arbeitsstunden in Anspruch. Dabei wurde die komplette Musikbox bis auf die letzte Schraube zerlegt, gründlich gereinigt und anschliessend wieder neu aufgebaut. Sämtliche Baugruppen, darunter Verstärker, Krediteinheit, Münzprüfer, Scan-Control-Box, Netzteil, Mechanik, Plattenmagazin und Tastatur, wurden vollständig überprüft, überholt und instand gesetzt. Das Gehäuseinnere sowie die Rückwand erhielten eine neue Lackierung. Zudem wurden ein neuer Lautsprechergrill sowie die fehlenden Ziersterne ergänzt.

Bei einer fachgerechten Restaurierung reicht es nicht aus, lediglich offensichtliche Defekte zu beheben. Jeder Mikroschalter, jede Steckverbindung und jede Verschraubung muss kontrolliert und gegebenenfalls instand gesetzt werden. Nur so ist ein dauerhaft zuverlässiger Betrieb gewährleistet.

Erst wenn sämtliche Komponenten präzise zusammenarbeiten, funktioniert die Musikbox wieder so zuverlässig wie damals bei ihrer Auslieferung.

PTT  Telefon Modell 1950 – Historische Technik trifft Moderne

Das Schweizer PTT Telefon Modell 1950 war über Jahrzehnte in unzähligen Haushalten und Unternehmen im Einsatz. Heute werden die noch erhaltenen Exemplare, welche die Zeit überdauert haben, regelmässig auf den bekannten Verkaufsplattformen angeboten.

Als Fan alter Technik durfte natürlich auch ein solches Telefon in meiner Sammlung nicht fehlen. Es sollte jedoch nicht nur als Dekorationsstück dienen, sondern wieder voll funktionstüchtig und alltagstauglich sein. So begann ich, mich mit der Technik dieser historischen Telefone auseinanderzusetzen.

Mit der Abschaltung der analogen Telefonanschlüsse und der Einführung der modernen IP-Telefonie funktionieren Wählscheibentelefone heute nicht mehr ohne Anpassungen. Glücklicherweise haben engagierte Tüftler Konverter entwickelt, welche die Impulswahl der Wählscheibe in die heute noch verwendete Tonwahl (DTMF) umwandeln und so den Betrieb an modernen Telefonanschlüssen wieder ermöglichen.

Ziel dieses Projekts war es, den originalen Charakter des Telefons vollständig zu erhalten und gleichzeitig die Technik so anzupassen, dass es am heutigen Telefonnetz wieder uneingeschränkt genutzt werden kann. Dabei blieb die gesamte Bedienung mit der originalen Wählscheibe erhalten, das Telefon funktioniert heute wieder wie früher, jedoch an einem modernen IP-Anschluss.

Neben der technischen Anpassung wurde das Telefon vollständig gereinigt und das Spiralkabel des Hörers ersetzt, da dieses einen Kabelbruch aufwies. Ebenfalls musste die originale Sprechkapsel ersetzt werden. Bei den damals verwendeten Kohlemikrofonen verkleben die feinen Kohlekörnchen im Inneren mit den Jahren, wodurch der elektrische Widerstand sinkt. Dadurch wurde der Impulswahl-Konverter nicht mehr mit ausreichender Spannung versorgt und arbeitete nicht mehr zuverlässig.

Zum Glück sind passende Ersatz-Sprechkapseln heute noch erhältlich. Nach deren Einbau funktionierte das Telefon wieder einwandfrei und kann nun auch nach über 70 Jahren wieder zuverlässig im Alltag eingesetzt werden.

Rock-Ola 1448 – Wurzelholzdekor des Lautsprechergrills nachgebildet

Im Rahmen der Restaurierung einer Rock-Ola 1448 stellte sich die Frage, wie der Rahmen des Lautsprechergrills möglichst originalgetreu wiederhergestellt werden kann. Bei vielen dieser Musikboxen ist das aufgedruckte Wurzelholzdekor nach über 70 Jahren stark beschädigt. Häufig ist die Oberfläche blätterig, zerkratzt oder durch Rost unterwandert. Dieses Problem begegnete mir bereits bei mehreren Rock-Ola 1448, die ich im Laufe der Jahre gesehen habe.
Eine einfache Folierung kam für mich nicht infrage. Mein Ziel war es vielmehr, eine Technik zu finden, welche dem ursprünglichen Wurzelholzdekor möglichst nahekommt und den Charakter der Musikbox bewahrt.
Nach unzähligen Versuchen auf verschiedenen Probeflächen stiess ich schliesslich auf eine alte Dekorationstechnik die sogenannte Bierlasur. Mit dieser traditionellen Methode wurden früher Holzmaserungen und Wurzelholzdekore auf Möbeln und anderen Oberflächen von Hand imitiert.
Da die Musikbox im Zuge der Restaurierung ohnehin bis auf die letzte Schraube zerlegt wurde, konnte auch der Stahlrahmen des Lautsprechergrills vollständig aufgearbeitet werden. Zunächst wurde er sandgestrahlt, um Rost sowie sämtliche alten Lackschichten zu entfernen. Anschliessend erfolgten die Grundierung und der Aufbau des neuen Lackaufbaus.
Für den Grundanstrich wurde der Originalfarbton mithilfe eines Farbspektrometers ermittelt und als Sprühlack exakt nachgemischt. Dadurch entstand die ideale Grundlage für die spätere Nachbildung des Wurzelholzdekors.
Die Bierlasur wurde aus abgestandenem Bier und den natürlichen Farbpigmenten Umbra Natur und Umbra Gebrannt hergestellt. Mit unterschiedlichen Pinseln in Wisch- und Tupftechniken entstand nach und nach die Struktur der Oberfläche. Schicht für Schicht arbeitete ich mich vom hellen zum dunkleren Farbton vor, bis die gewünschte Tiefenwirkung erreicht war.
Nach dem vollständigen Trocknen wurde die Oberfläche mit mehreren Schichten Klarlack versiegelt. Erst dadurch erhält die Bierlasur ihre Widerstandsfähigkeit sowie den Glanz.
Das Ergebnis entspricht zwar nicht hundert Prozent dem ursprünglichen Druckverfahren von Rock-Ola. Meiner Meinung nach kann sich das Endergebnis jedoch durchaus sehen lassen. Nach vielen Stunden des Experimentierens und zahlreichen Probestücken entstand so die neue Oberfläche.

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